Gäste mit Symbolkraft
Drei Freimaureruhren aus der Sammlung des Uhrenmuseums Beyer in Zürich erlauben einen aussergewöhnlichen Einblick in eine gemeinhin diskrete gesellschaftliche Vereinigung. Die goldene Taschenuhr, die Armbanduhr und der Reisewecker wurden für Mitglieder einer Freimaurerloge hergestellt. Die Freimaurerei ist eine Gesinnungsgemeinschaft, die für Werte wie Freiheit, Gleichheit und Humanismus steht. Entstanden sind die ersten Freimaurerlogen im 18. Jahrhundert im Umfeld der Aufklärung. Ihre Mitglieder beriefen sich auf die mittelalterlichen Baumeister, an diesen orientieren sich ihre Symbole und Praktiken. Weil die Logen von Werk alles dreieckig. Eine technische Herausforderung! Die Taschenuhr stammt etwa aus dem Jahr 1925 und trägt die Signatur der Firma Schwab & Brandt. Diese und ihre Vorgängerfirma konstruierten in Genf solche Uhren. Uhren mit dreieckigem Werk sind jedoch äusserst selten. Das mit Perlmutt belegte Zifferblatt und die goldene Rückseite der Uhr sind voller kleiner Bildzeichen. Auf dem Zifferblatt ersetzen sie die üblichen Zahlen. Wasserwaage, Maurerkelle, Säule und weitere Symbole beziehen sich auf die Arbeit der mittelalterlichen Bauhütten, haben aber zusätzliche Bedeutungen. Beispielsweise steht ein glatt geformter Steinblock für die Arbeit jedes Logenmitglieds an sich selbst und für die stetige Verbesserung des Charakters. Die vielgliedrige Kette, die die Lunette der Taschenuhr umrankt, wird auch «Bruderkette» genannt, sie steht für die Verbindung aller Logenmitglieder untereinander. offizieller Seite teils bekämpft oder sogar verboten wurden, wahren sie bis heute gegenüber Aussenstehenden eine gewisse Verschwiegenheit. Weibliche Freimaurerinnen sind selten, weshalb Freimaurerlogen traditionell als M.nnerbünde gelten. Es gibt aber bereits seit dem 18. Jahrhundert gemischtgeschlechtliche oder rein weibliche Logen.
Als Museum interessieren wir uns auch für soziale Gruppierungen und ihre Praktiken. Unsere aktuellen Gastuhren sind denn auch nicht nur schöne Zeitmesser, sie geben über Form, Verzierungen und Symbolik auch einen Einblick in die Welt der Freimaurerei und illustrieren deren Haltungen und Werte.
Ein dreieckiges Gesamtkunstwerk
Die Zahl drei spielt in der Welt der Freimaurerei eine wichtige Rolle. So steht das Dreieck für die Führungsebene der Logen, den Meister, den ersten sowie den zweiten Aufseher. Bei der goldenen Taschenuhr zieht sich diese Form denn auch durch alle Bereiche. In der Regel beinhalten mechanische Taschenuhren ein rundes, der Form der Zahnräder angepasstes Werk. Hier ist von der Uhrenschachtel bis zum Werk alles dreieckig. Eine technische Herausforderung! Die Taschenuhr stammt etwa aus dem Jahr 1925 und trägt die Signatur der Firma Schwab & Brandt. Diese und ihre Vorgängerfirma konstruierten in Genf solche Uhren. Uhren mit dreieckigem Werk sind jedoch äusserst selten. Das mit Perlmutt belegte Zifferblatt und die goldene Rückseite der Uhr sind voller kleiner Bildzeichen. Auf dem Zifferblatt ersetzen sie die üblichen Zahlen. Wasserwaage, Maurerkelle, Säule und weitere Symbole beziehen sich auf die Arbeit der mittelalterlichen Bauhütten, haben aber zusätzliche Bedeutungen. Beispielsweise steht ein glatt geformter Steinblock für die Arbeit jedes Logenmitglieds an sich selbst und für die stetige Verbesserung des Charakters. Die vielgliedrige Kette, die die Lunette der Taschenuhr umrankt, wird auch «Bruderkette» genannt, sie steht für die Verbindung aller Logenmitglieder untereinander.
Nächstenliebe am Handgelenk
Die silberne Armbanduhr mit dreieckigem Gehäuse trägt die Aufzugskrone nicht oben, sondern an der unteren rechten Ecke. An der oberen Spitze des Dreiecks befindet sich ein rundes Element mit einem Stern in der Mitte. Zusammen mit einem Ring bildet dies das Scharnier zum Lederarmband. Im Stern steht der Buchstabe «G», eine Abkürzung für Geometrie und eine Verbindung zu den Bauleuten der mittelalterlichen Kathedralen. Wie bei der Taschenuhr steht auf dem Zifferblatt der Sinnspruch «Liebe deinen Nächsten – reiche ihm eine sichernde Hand» (im Original franz.). Diese Ethik der Nächstenliebe wird in der Freimaurerei durch eine humanistische Haltung und mit wohltätigen Spenden gepflegt. Die Armbanduhr, offen am Handgelenk getragen, ist ein nach aussen hin sichtbares Zeichen der Zugehörigkeit zur Freimaurerei. Dabei kämpfte die Schweizer Freimaurerei, die bis in die 1930er-Jahre regen Zulauf hatte, in der damaligen Zeit auch mit heftigem Widerstand: Ein rechtsextremer Politiker lancierte 1934 eine Verbotsinitiative. Diese scheiterte aber – ganz schweizerisch – an der Vereinsfreiheit und einer Volksabstimmung.
Freimaurerisch unterwegs
Die Weckeruhr im praktischen Lederetui lässt sich gut auf Reisen mitnehmen. Aufgeklappt wird sie zu einer kleinen Tischuhr. Ihr Gehäuse ist dreieckig (mit rundem Werk) und sie trägt neben Symbolen den freimaurerischen Sinnspruch in englischer Sprache auf dem Zifferblatt. Die Freimaurerei war auch schon früh international vernetzt. Die erste Loge der Schweiz gründete ein Engländer in Genf. Trotz gemeinsamer Grundideale, wie sie sich an den vorgestellten Uhren ablesen lassen, unterscheiden sich einzelne Logen bis heute in ihren Ritualen und ihrer religiösen und politischen Ausrichtung.




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