25.09.18 – 24.03.19

Gastspiel: Astronomisch-kalendarische Wanduhr

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Gastspiel «Astronomisch-kalendarische Wanduhr», deutschsprachiger Raum, Mitte 19. Jh. Leihgabe: Privatbesitz.
Nicht restaurierte Uhren sind immer sehr spannend. Diese komplizierte Wanduhr ist vermutlich ein Einzelstück. Vielleicht wurde sie in den Jahren ihres Gebrauchs wiederholt auf die Bedürfnisse ihres jeweiligen Besitzers angepasst. Möglicherweise baute aber auch ein geschickter Handwerker dieses Unikat für den Eigengebrauch. Die ungewöhnliche Zusammenstellung der Anzeigen könnte darauf hinweisen.

Brigitte Vinzens, Konservatorin des Uhrenmuseums Winterthur, stellt den aktuellen Gast mit seiner individuellen Geschichte in der Reihe «Museum am Mittag» am Freitag, 23. November 2018, 12:30 Uhr vor. Die Führung ist kostenloser Bestandteil des Museumseintritts. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Eine rätselhafte Wanduhr

Nicht restaurierte Uhren sind immer sehr spannend. Diese komplizierte Wanduhr ist vermutlich ein Einzelstück. Vielleicht wurde sie in den Jahren ihres Gebrauchs wiederholt auf die Bedürfnisse ihres jeweiligen Besitzers angepasst. Möglicherweise baute aber auch ein geschickter Handwerker dieses Unikat für den Eigengebrauch. Die ungewöhnliche Zusammenstellung der Anzeigen könnte darauf hinweisen.

 

Zeit, Sonne und Mond

Auf den Zifferblättern können neben der Uhrzeit kalendarische Informationen wie beispielsweise das Datum und der Wochentag abgelesen werden. Besonders interessant sind die vielen Anzeigen zum Stand von Sonne und Mond: Der Lauf der Sonne und des Mondes, der Sonnenauf- und untergang, die Länge des Tages und die Mondphasen.

Die Uhr verfügt sogar über eine Anzeige für «Perigäum» (Erdnähe) und «Apogäum» (Erdferne) des Mondes. Gibt uns dies einen Hinweis auf den Ort, wo die Uhr in Gebrauch war? Die Entfernung des Mondes zu kennen erlaubt es, Rückschlüsse auf die Gezeiten des Meeres zu machen. So können mögliche Springfluten vorausgesehen werden. Mit Hilfe der Anzeige kann ausserdem bestimmt werden, wann am Nachthimmel ein Supervollmond zu sehen ist.

 

Ein geheimnisvolles Urwerk

Das Uhrwerk wirft noch mehr Fragen zur Herkunft der Uhr auf. Die Werkrückseite deutet auf eine Arbeit aus dem Schwarzwald hin; die Zifferblattseite des Werkes und die Art der Räder in der Uhr passen aber nicht zu dieser Region. Auch in der Konstruktion des Werkes gibt es Besonderheiten, beispielsweise bei der Art der Hemmung oder der Schlagauslösung. Die Uhr ist aus verschiedenen Holzsorten zusammengesetzt, was die Zuordnung erschwert: Platinen und Pfeiler sind aus Buchenholz, das Gestell ist aus Eiche.

Hat vielleicht ein sehr geschickter Handwerker eine bestehende Uhr als Grundlage verwendet, um das komplizierte Zeigerwerk zu bauen, das für die vielen Anzeigen auf dem Zifferblatt nötig ist? Möglicherweise können Sie uns beim Betrachten der Uhr diese Fragen beantworten, weil Sie schon mal etwas Ähnliches gesehen haben.

Informationen für Medienschaffende

Medieninformationen und hochaufgelöste Medienbilder finden Sie als Downloaddateien auf unserer Website.

Wir freuen uns über die Zusendung eines Belegexemplares oder eines Links mit Berichterstattungen über das Uhrenmuseum Winterthur.

Vielen Dank!

Brigitte Vinzens
Konservatorin Uhrenmuseum Winterthur

+41 (0)52 267 51 36 / 28